Ingenieurbüro für Schallschutz
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Bericht über den
Internationalen Tag gegen den Lärm am 30.04.2003

Meist beschweren sich Anwohner oder Anwohnerinnen über den unzumutbaren Lärm, dem sie zu Hause ausgesetzt sind. Im Jahre 2003 hat sich das I.F.S. einem Lärm gewidmet, der noch gar nicht vorhanden ist!

In der Presse kann man lesen, dass der Flugplatz Mönchengladbach eine neue Startbahn von 2400m Länge parallel zur bisherigen beantragt hat. Das Planfeststellungsverfahren hierzu ist bereits angelaufen. Derzeit besitzt der Flugplatz Mönchengladbach eine Start- und Landebahn mit einer nutzbaren Länge von 1200m. Diese Länge soll also verdoppelt werden. Derzeit starten und landen in Mönchengladbach im gewerblichen Verkehr fast ausschließlich Propellermaschinen. Nach der Verlängerung sollen auch Düsenmaschinen vom Typ Boeing 737 und Airbus A320 starten und landen können. Der Flugplatz verspricht sich hiervon einen Anteil des Billig- und des Charterverkehrs und eine Entlastung des Düsseldorfer Flughafens.
Die Start- und Landepfade des Mönchengladbacher Flugplatzes berühren nicht Mönchengladbacher Gebiet: Die Umweltbelastungen müssen andere ertragen, insbesondere Willich-Schiefbahn, -Neersen und Korschenbroich. Hier soll ein Gebiet, das derzeit mäßig durch Fluglärm belastet wird, nach Inbetriebnahme der neuen Start- und Landebahn plötzlich Flugzeuglärm ertragen, wie er in Düsseldorf-Lohausen oder in Ratingen-Tiefenbroich derzeit die Anwohner belastet! Hiergegen wehren sich die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden unter den An- und Abflugpfaden mit allen Mitteln!
Hinzu kommt in Willich, dass durch die Einrichtung eines neuen Abflugweges von Düsseldorf aus, genannt MODRU X, plötzlich über der Stadt Flugzeuge starten, wie dies vorher nicht der Fall war! Deshalb sind die Willicher doppelt gebeutelt.

Am Tag gegen den Lärm, der im Jahre 2003 am 30. April begangen wurde, veranstaltete daher das I.F.S. in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein gegen Fluglärm Stadt Willich e.V. in Willich-Neersen eine Informationsveranstaltung, zu der außer den Veranstaltern Politiker aller im Rat vertretenen Parteien, der Bürgermeister, auch Vertreter des Flugplatzes Mönchengladbach und Düsseldorf eingeladen waren. Allerdings ist von den Flughäfen und der Deutschen Flugsicherung niemand erschienen.

Bei strömendem Regen fanden ca. 80 Teilnehmer zusammen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Reh vom BUND.

Alle vertretenen Ratsfraktionen (CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen) lehnten den Ausbau einstimmig ab. Von der FDP war niemand erschienen.

Dann hat Dipl.-Ing Ritterstaedt vom I.F.S. die zu erwartenden Änderungen des Flugbetriebes über dem Stadtgebiet erläutert. Natürlich muss mit einer Zunahme des Fluglärms in Willich und Willich-Neersen gerechnet werden. Die anschließenden Referenten, alles Gegner des Flughafenausbaues, bestritten die Sinnhaftigkeit des Vorhabens und sprachen sich vielmehr für eine Kooperation der drei Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und dem neuen in Weeze-Laerbruch aus. Hierdurch könnte vermieden werden, dass neue Gebiete vom Fluglärm belastet werden, die derzeit noch relativ ruhig sind.

Eine Zunahme von Wirtschaftskraft und Arbeitsplätzen in der Region um den Flughafen außer am Flughafen selbst sei nicht zu erwarten, da Billigflüge ja gerade dem auswärtigen Shoppen dienen und Urlauberflüge Geld ins Ausland transferieren und nichts zurückbringen.


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